Business Lunch mit Cornelia Pieper am 25. Oktober 2010

Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, war neulich zu Gast beim Business Lunch des Ambassadors Club im Hotel Maritim. Das Interesse der in Berlin akkreditierten Botschafterinnen und Botschafter für den Vortrag der Staatsministerin und FDP-Abgeordneten zum Thema „Bildung und Forschung in der deutschen auswärtigen Politik“ war sehr groß. Unter denen waren die Botschafterinnen Kolumbiens I.E. Dr. Maria Mejia Marulanda und Georgiens
I.E. Gabriela Habsburg-Lothringen, der Botschafter Irlands S.E. Daniel Mulhall, der kenianische Botschafter S.E. Kennedy Osinde und der norwegische Botschafter S.E. Sven Erik Svedman.

Frau Pieper bezeichnete Ihren Aufgabenbereich als die schönste Aufgabe der Welt, denn sie ist vor allem für die auswärtige Kultur, Bildung und Forschung zuständig. Der Bund wird trotz der Krise in den nächsten Jahren 12 Milliarden Euro in Bildung und Forschung investieren – für Frau Pieper bestätige sich damit die Aussage von Benjamin Franklin, dass Investition in Wissen die besten Zinsen bringe. Es ist bekannt, dass die Kultur- und Bildungspolitik die dritte Säule der deutschen auswärtigen Politik ist. Nicht ohne Grund, denn über Bildung, Kultur und wissenschaftliche Beziehungen gelinge häufig Kommunikation auch dort, wo die Sprache der Politik und Diplomatie keine Erfolge erziele, und 25% des Etats im Auswärtigen Amt werde in diesem Bereich ausgegeben. Auch Sport gehöre dazu, denn auch über Sport würden viele Werte transportiert – so berichtete die Staatsministerin über die Gründung des Arabian Cup für Frauenfußball seitens des Auswärtigen Amtes. Diese Initiative sei auf viel Begeisterung gestoßen, denn Fußball bedeute für diese Frauen Selbstverwirklichung, Gleichberechtigung und Lebensfreude.
Des Weiteren sprach Frau Pieper über die PASCH-Initiative: Auswärtiges Amt und seine Partner hätten mit dem weltweiten Netzwerk von 1.500 Partnerschulen nachhaltige Bildungspartnerschaften aufgebaut. In den Partnerschulen sollten junge Menschen für die deutsche Sprache begeistert und ihnen Türen zur deutschen Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft geöffnet werden. Wertevermittlung werde auch in dieser Initiative groß geschrieben. Beispiele der Kooperationen im Hochschulbereich seien ebenfalls zahlreich – Frau Pieper erzählte über das große Interesse an Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäusern, die an ausgewählten Auslandsstandorten über die Errungenschaften der deutschen Wissenschaft und Forschung informierten und für die Zusammenarbeit mit innovativen deutschen Organisationen und Firmen werben würden. Wissenschaftliche Kooperationen dienten jedoch nicht nur der Wissenschaft, sondern auch dazu, dass sich unterschiedliche Kulturen besser kennen und schätzen lernten.

Die anwesenden Botschafterinnen und Botschafter sprachen im Anschluss an den Vortrag mit der Staatsministerin über landesspezifische Probleme im Bereich der Bildung und Wissenschaft und wünschten sich weitere Unterstützungsinstrumente und Initiativen des Auswärtigen Amtes in ihren Ländern. Die Botschafterinnen Malis I.E. Fatoumata Sire Diakite und Ruandas
I.E. Christine Nkulikiyinka begeisterten sich für die deutschen Sportprojekte in Afrika und befürworteten stärkeres Engagement für mehr Zusammenarbeit der jungen Wissenschaftsteams aus Deutschland und dem afrikanischen Kontinent. Auch der malawische Botschafter S.E. Rainer Müller unterstützte die Idee, dass noch mehr gemeinsame Forschungsprojekte ins Leben gerufen werden sollten, da dadurch Universitäten an Exzellenz gewinnen. S.E. Armen Martirosyan, der Botschafter Armeniens, lobte die Aufklärungsarbeit des Auswärtigen Amtes zu erneuerbaren Energien und seine Unterstützung des Projektes Desertec, das in den Wüsten Afrikas erzeugten Strom in nach Europa übertragen möchte.

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